GESPRÄCH MIT HORACIO DÍAZ DEL BARCO, DIREKTOR DES SPANISCHEN FREMDENVERKEHRSAMTES IN FRANKFURT, ÜBER DEN «TYPISCHEN DEUTSCHEN TOURISTEN» UND DAS VIELSEITIGE TOURISTISCHE ANGEBOT SPANIENS.
HORACIO DÍAZ DEL BARCO, DIRECTOR DE LA OFICINA DE TURISMO DE ESPAÑA EN FRANKFURT HABLA DEL »TÍPICO TURISTA ALEMÁN» Y DE LA VARIADA OFERTA TURÍSTICA DE ESPAÑA.
La Guía: Herr Díaz del Barco, warum haben Sie beschlossen, sich dem Tourismus beruflich zu widmen und wie kamen Sie zu Ihrem jetzigen Amt? Warum haben Sie sich gerade für Deutschland entschieden?
Díaz del Barco: Als Beamter der öffentlichen Verwaltung in Spanien hatte ich verschiedene Ämter inne. „“ Der Außendienst hat mich dabei schon immer gereizt. Nachdem ich «Unsere touristischen Attraktionen lassen sich leicht verkaufen« zwei Jahre in Madrid gearbeitet hatte zog ich nach München, wo ich drei Jahre verbrachte und seit 2004 bin ich Direktor des größten spanischen Fremdenverkehrsamtes in Deutschland. Tourismusbeauftragter für Spanien zu sein ist eine sehr angenehme Aufgabe, denn unsere touristischen Attraktionen lassen sich leicht verkaufen (lächelt).
«Unsere touristischen Attraktionen lassen sich leicht verkaufen«
La Guía: Was erwarten die deutschen Touristen allgemein, wenn sie nach Spanien reisen?
Díaz del Barco: Von den 60 Millionen Touristen, die jährlich nach Spanien fahren, sind ungefähr 10 Millionen Deutsche. Die Mehrheit sucht nur Sonne und Strände. Ihre Kenntnis von Spanien beschränkt sich auf Mallorca, Andalusien und die Kanarischen Inseln. Der Norden und das Landesinnere Spaniens zum Beispiel sind ihnen weithin unbekannt.
La Guía: Und welches Spanien-Bild möchten Sie gerne von Ihrem Land als touristisches Ziel vermitteln – oder eventuell korrigieren? Möchte die spanische Regierung den Massentourismus hinter sich lassen?
Díaz del Barco: Alle ausländischen Touristen sind in Spanien willkommen und werden mit offenen Armen empfangen unabhängig davon, was ihr touristisches Interesse ist. Aber in der Tat würden wir gerne das einseitige Bild von Sonne und Strand ein wenig verändern. Wir möchten das Bild eines modernen Landes vermitteln, das seit 1986 Mitglied der EU ist und das stark gewachsen ist und dabei ein vielseitiges Angebot sowohl natürlicher wie auch kultureller und kommerzieller Produkte vorzuweisen hat. Deshalb nehmen wir an internationalen Tourismusmessen teil und führen Informationsreisen mit Journalisten durch, damit diese über das wirkliche Spanien schreiben.
»Der Norden und das Landesinnere Spaniens sind vielen ausländischen Touristen noch immer unbekannt»
La Guía: Welche Reise würden Sie einem deutschen Touristen (ohne finanzielle Beschränkung) empfehlen, der beispielsweise nur eine Woche Zeit hat, um Ihr Land kennen zu lernen?
Díaz del Barco: Es ist schwierig, etwas besonders zu empfehlen. Entscheidend sind die Erwartungen des Touristen und die Reisezeit. Im Frühling oder Herbst wäre zum Beispiel eine Rundreise durch Andalusien, Sevilla, Córdoba und Málaga zu empfehlen. Dann eine Wanderung durch den Doñana- Nationalpark, vielleicht der Besuch eines Pueblo Blanco*. Im Sommer eine Reise durch »das grüne Spanien» des Nordens. Spanien ist sehr fassettenreich und die »ideale Ecke» hängt ein wenig vom Gemütszustand des Touristen und davon ab, was dieser sucht. Mir persönlich gefällt Asturien sehr gut, da es Natur, Gastronomie, Berge und Meer verbindet.
La Guía: Das Instituto Cervantes wird in Kürze seine Türen in Frankfurt öffnen, und zwar in den ehemaligen Einrichtungen des Amerika-Hauses. Was erhoffen Sie sich von diesem Ereignis? Wird es irgendeine Art der Zusammenarbeit zwischen dem Fremdenverkehrsamt und dem Instituto Cervantes geben?
Díaz del Barco: Wir sind sehr glücklich darüber, dass das Instituto Cervantes in Frankfurt öffnet und unsere Beziehung wird mit Sicherheit eine sehr eng sein, besonders weil uns mit Ignacio Olmos, dem Direktor des Frankfurter Instituts, eine jahrelange Freundschaft verbindet. Wir haben bereits über mögliche gemeinsame Projekte gesprochen.
* Pueblo blanco: weißes Dorf; Bezeichnung für in Südspanien typische Dörfer, deren Häuser immer wieder weiß gekalkt werden.