Spanische Marken in Deutschland [05.09.2008]



GESPRÄCH MIT DEM UNTERNEHMENSBERATER INGO RÜTTEN ÜBER SEINE LIEBE ZU ANDALUSIEN UND ÜBER SPANISCHE MARKEN IN DEUTSCHLAND.

HABLAMOS CON EL CONSULTOR DE EMPRESAS INGO RÜTTEN SOBRE SU AMOR POR ANDALUCÍA Y SOBRE MARCAS ESPAÑOLAS EN ESPAÑA

 

La Guía: Herr Rütten, wie ist Ihre persönliche Beziehung zu Spanien entstanden?

Ingo Rütten: Ich habe ein halbes Jahr in Barcelona in einer Werbeagentur für SEAT gearbeitet. Ich habe dort Freunde und bin viel in Spanien herumgereist – insbesondere in Andalusien. Ich finde die Kontraste in dieser Gegend traumhaft: zum Beispiel zwischen den wunderschönen Sandstränden der «Costa de la Luz» und dem rauen Bergklima im Hinter-land, zwischen lebhaften Städten wie Sevilla oder Cádiz und den verschlafenen weißen Dörfern.

 

La Guía: Sie haben ein Buch über spanische Marken in Deutschland geschrieben. Wie steht es mit dem Bekanntschaftsgrad der spanischen Marken in Deutschland?

Ingo Rütten: Spanien hat tolle Marken, denken Sie nur an den Schuhhersteller Camper, Osborne mit dem berühmten Stier oder die Hotelkette NH, die auch in Frankfurt vertreten ist. Insgesamt bleibt Spanien in der Wahrnehmung der Deutschen aber weit hinter seinen Möglichkeiten. Außer Freixenet gibt es nicht viele spanische Marken mit einem hohen Bekanntheitsgrad – das sind dann noch SEAT, als Tochter des deutschen Volkswagen-Konzerns oder ZARA und MANGO, von denen viele Deutsche gar nicht wissen, dass es spanische Unternehmen sind. Dabei ist Spanien heute die neuntgrößte Wirtschaftsmacht der Erde. Wussten Sie, dass die Banco Santander größer ist als die Deutsche Bank? Oder dass der spanische Lebensmittelkonzern Ebro Puleva deutsche Traditionsmarken wie Birkel (Nudeln) und Oryza (Reis) übernommen hat?


   «Wussten Sie, dass die Banco Santander größer ist als die Deutsche Bank?»

La Guía: Warum sind spanische Marken in Deutschland nicht bekannter?

Ingo Rütten: Spanien wird unterschätzt. Hinzu kommt, dass die spanischen Unternehmen ihre Herkunft, das «Made in Spain», nicht offensiv verkaufen. Und weil die es nicht selbst machen, schnappen sich die großen Supermarktketten das Geschäft – jeden Monat gibt es woanders «Spanische Wochen» und die Kunden lieben es!

 

La Guía: Was sollten spanische Unternehmen machen, um sich mit eigenen Marken in Deutschland bekannter und erfolgreicher zu machen?

Ingo Rütten: Deutschland ist ein großartiger Markt für spanische Marken. Wir haben herausgefunden, dass 76% der Deutschen Produkte aus Spanien sympathisch fi nden. Das ist eine gute Basis für ein erfolgreiches Geschäft. Wichtig ist aber, sein Unternehmen und seine Marke interessant darzustellen, ein gutes Image aufzubauen. Dabei meine ich nicht die platten Werbesprüche wie «wäscht jetzt noch weißer», sondern eine ehrliche, authentische Geschichte zum Produkt, die es von der Masse abhebt. Wenn man das Authentische und Echte in den Mittelpunkt stellt, gelingt es auch kleineren Unternehmen ihre Produkte als Spezialität, als etwas Besonderes, auf dem deutschen Markt zu platzieren.

    «Spanien ist heute die neuntgrößte Wirtschaftsmacht der Erde»

La Guía: Können Sie uns dazu ein Beispiel nennen?

Ingo Rütten: Es gibt zum Beispiel tausende Weine aus Spanien, aber im Gedächtnis geblieben sind mir z.B. die Weine der Bodega Los Barrancos. Hier war ein Deutscher verrückt genug in der spanischen Sierra Nevada in 1.250 Metern Höhe mit heißen Sommern und kalten Wintern Reben zu pflanzen und wunderbare Rotweine zu produzieren. So eine Geschichte gefällt, da kann kein Supermarkt-Wein mithalten. Und da der Wein auch noch schmeckt ist man auch gerne bereit einen angemessenen Preis zu bezahlen. Ich würde mich sehr freuen, wenn mehr spanische Mittelständler die Chance nutzen würden mit eigenen Marken auf den deutschen Markt zu gehen – ich bin sicher, sie würden es nicht bereuen. Fotos: privat

 

PORTRAIT- RETRATO

Ingo Rütten berät seit über 10 Jahren Unternehmen bei der Konzeption und Optimierung von Strategien für Marke, Marketing und Werbung. Seine private Leidenschaft gilt Reisen nach Spanien sowie der spanischen Küche und Kultur. Er arbeitete für eine Reihe von Werbeagenturen in Spanien und Deutschland und 2002 gründete er die EisenhutRütten Kommunikationsagentur in Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main.

 

Info: www.eisenhutruetten.de

 

BUCHBESPRECHUNG – RESEÑA DE LIBROS

 

"Die neuen Eroberer – Erfolgsstrategien spanischer Marken in Deutschland."

Las marcas españolas avanzan en Alemania, pero a media máquina.

 

En el año 2007, por primera vez en la historia las inversiones españolas en Alemania superaron las inversiones alemanas en España. Las marcas españolas avanzan en Alemania y el «Made in Spain» tiene éxito entre los alemanes. Marcas como Chupa Chups, Freixenet, Iberia, Jamón Serrano/Jamón Ibérico, Mango, NH Hoteles, Rioja, Santander, Seat o Zara son cada vez más conocidas en Alemania. Las marcas españolas inducen fuertes asociaciones positivas entre los consumidores alemanes –excepto en los sectores fi nanciero y tecnológico-, pero a pesar de ello no se ha explotado hasta ahora todo el potencial existente en este mercado. Ésta es la conclusión a la que llega el estudio «Los nuevos conquistadores. Estrategias de éxito de marcas españolas en Alemania» que ha presentado al público el investigador alemán Ingo Rütten tras tres años de trabajo.

 

"Die neuen Eroberer – Erfolgsstrategien spanischer Marken in Deutschland."

 

Autor Ingo Rütten, 120 páginas, 39,90 EUR, (ISBN 9783837010558) El libro está escrito en alemán y en español y puede ser solicitado a:  
www.amazon.de