HERR JOSÉ A. SOARES, GENERAL MANAGER FÜR DEUTSCHLAND BEI TAM


«Meine Muttersprache ist Portugiesisch, mein Reisepass ist deutsch aber in meinem Herzen bin ich Brasilianer»

ENTREVISTA CON SR. JOSÉ A. SOARES, GERENTE GENERAL PARA ALEMANIA DE LAS LÍNEAS AÉREAS DE BRASIL TAM

GESPRÄCH MIT HERR JOSÉ A. SOARES, GENERAL MANAGER FÜR DEUTSCHLAND BEI DER BRASILIANISCHEN FLUGGESELLSCHAFT TAM


Wie ist die aktuelle Lage im Flugverkehr und insbesondere für TAM?

Aktuell bzw. von Ende März bis Ende Mai ist wie jedes Jahr weniger Nachfrage für Flüge nach Südamerika zu verzeichnen, obwohl die klimatischen Bedingungen vor allem im Nordosten Brasiliens hervorragend sind. Ich persönlich reise sehr gerne in den Osterferien oder im europäischen Spätherbst nach Südamerika. Obwohl TAM die Nonstopflüge erst seit dem 01. Dezember 2007 zwischen Frankfurt und Sao Paulo aufgenommen hat, können wir schon nach eineinhalb Jahren behaupten, sehr erfolgreich zu sein. Mit unseren praktischen Anschlussflügen nach Buenos Aires, Asuncion, Montevideo, Santiago und Lima sprechen wir nicht nur Brasilien- sondern auch viele andere Südamerika- Reisende an.

Wann wird es Billigfluganbieter – so wie Raynair in Europa – für Flüge nach Lateinamerika geben?

Für Langstreckenflüge wird es meiner Meinung nach in naher Zukunft nicht möglich sein «Billigflüge» erfolgreich anzubieten.

Das Konzept findet auf Kurzstrecken (1–3 Std. Flugdauer) sicher einige Anhänger, aber wenn der Flug über 10 Stunden dauert, dann will der Fluggast von gut ausgebildetem Personal Service bekommen und unterhalten werden.

Was unterscheidet TAM von anderen Fluggesellschaften?

TAM hat ein großes Streckennetz und fliegt allein in Brasilien über 42 Flughäfen an und in den übrigen südamerikanischen Ländern sind es 15 weitere Ziele. Unser Slogan «Fliegen und Service mit Leidenschaft» sagt bereits viel über die positive Einstellung unserer, über 24.000 Mitarbeiter, aus. Wir sind mittlerweile die größte Fluggesellschaft in Lateinamerika.

«Das Bild der ‘Deutschen‘ in Lateinamerika ist sehr veraltet und die Latinos wundern sich wie fröhlich, ausgelassen und weltoffen die Deutschen doch sind.»

Welche Veränderungen erwarten Sie für die Zukunft des Flugverkehrs in und nach Südamerika?

Ich glaube, dass sich die Flugbranche in Südamerika sich in der nächsten Zeit noch weiter konsolidieren wird und nur wenige Airlines übrig bleiben werden, die sich in den globalen Allianzen zu einer Partnerschaft bekennen. Zudem gibt es in Brasilien einen großen Markt für Billigflug-Anbieter. Die meisten Fluggäste werden sich aber auch in Zukunft zu einer qualitativ hochwertigen Airline bekennen, die in punkto Service und Technik mehr zu bieten haben.

Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Deutschland und ihre persönliche Entwicklung beschreiben?

Meine persönliche Beziehung zu Deutschland ist mittlerweile 37 Jahre alt. Nach dem Abschluss meiner Reisebüro-Ausbildung wollte ich die große, weite Welt kennenlernen und dabei meinen portugiesischen Wurzeln ‚nachforschen‘ und meine Sprachkenntnisse weiterentwickeln. Nach dem ersten privaten Urlaub in Brasilien, eine individuelle umfangreiche Rundreise, habe ich es als meine Berufung angesehen, zukünftig noch mehr Engagement für diese traumhafte Destination einzubringen. Als Leiter der Deutschland-Niederlassung für die brasilianische TAM Airlines ist es mir natürlich oft möglich nach Brasilien zu reisen und somit einen engen Kontakt zu pflegen.

Was würden Sie jemandem empfehlen, der gerade aus Lateinamerika nach Deutschland zugewandert ist?

Ich kann jedem in Deutschland neuangekommenen Latino empfehlen, der deutschen Mentalität und Kultur offen und unvoreingenommen zu begegnen. Das Bild der «deutschen Bevölkerung» in Lateinamerika ist meiner Meinung nach sehr veraltet und die Latinos wundern sich wie fröhlich, ausgelassen und weltoffen die Deutschen doch geworden sind. Besonders während und seit der Weltmeisterschaft 2006 hat Deutschland weltweit an Sympathie gewonnen. Es ist natürlich auch erforderlich, dass die ‚Brasileiros‘ und Latinos die Bereitschaft mitbringen, schnellstmöglich die deutsche Sprache zu erlernen um sich damit rasch zu integrieren.

PORTRAIT // RETRATO
José Soares kam als Sohn portugiesischer Eltern mit 6 Jahren nach Deutschland. «Meine Muttersprache ist Portugiesisch , mein Reisepass ist deutsch aber in meinem Herzen bin ich Brasilianer » sagt heute Soares.

INFO: www.tamairlines.com